Holzfehler

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Holzfehler sind Anormalitäten des Holzes. Diese können genetisch oder durch äußere Einflüsse bedingt sein. Was für ein Bauteil vom statischen Gesichtspunkt verheerende Folgen haben kann, ist mitunter für ein individuell gedrechseltes Werkstück das ideale Material. Daher ist der Begriff Holzfehler erst in Zusammenhang mit der angestrebten Nutzung aussagekräftig.



Inhaltsverzeichnis

Abholzigkeit

Abholzigkeit ist die Verringerung des Durchmessers je Längeneinheit der Stammlänge. Der Grad der Abholzigkeit entscheidet u. a. über die Menge von Schwarten und Säumlingen. Nachteilig ist auch, daß beim Einschnitt stark abholziger Stämme der Schnitt nicht Faserparallel verläuft und somit viele Fasern durchgetrennt werden. Abholzigkeit ist auch vom Standort des Baumes abhängig. Randbäume und einzeln stehende Baume (Solitäre)sind besonders abholzig.


Drehwuchs

Ist der Faserverlauf nicht parallel zur Stammachse wird das als Drehwuchs bezeichnet. Die Fasern haben einen spiralartigen Verlauf um die Stammachse und verursachen eine Verringerung der Druckfestigkeit. Es gibt Rechts-und Linksdrehwuchs. Bei Linksdrehwuchs ist der Faserverlauf von rechts unten nach links oben, bei Rechtsdrehwuchs von links unten nach rechts oben. Wenn sich am gleichen Stamm die Drehrichtung ändert, wird das als Wechseldrehwuchs bezeichnet.

Druckholz

Druckholz entsteht besonders an Ästen und an der dem Wind abgewandten Stammseite von Nadelbäumen. In Hanglage stehende Bäume können ebenfalls Druckholz ausbilden. Der dadurch verursachte Ovale Querschnitt verringert den Gebrauchswert. Kennzeichnend für Druckholz ist die zusätzliche Einlagerung von Lignin vor allem in den Frühholzzellen, was durch Spätholzähnliche, dunkel gefärbte Zonen erkennbar ist . Das Holz weist eine geringe Zugfestigkeit auf und schwindet unregelmäßig beim Trocknen. Wird wie das Zugholz als Reaktionsholz bezeichnet, da der Baum auf äußere Einflüsse wie Wind oder Hanglage reagiert.

Exzentrischer Wuchs

Die Verlagerung der Markröhre aus dem Zentrum des Baumquerschnittes wird als Exzentrischer Wuchs bezeichnet. Der Abstand der Markröhre zum Mittelpunkt des größten Stammdurchmessers wird ins Verhältnis zum größten Durchmesser gesetzt. die Exzentrizität wird in Prozent angegeben. Ein anderes Verfahren zur Ermittlung der Exzentrizität ist die Bildung des Quotienten aus den Radien der verlagerten Markröhre. Die Radien werden ohne Rinde gemessen und dann wird der größere durch den kleineren dividiert. Exzentrischer Wuchs ist häufig bei Laubholzbäumen mit Hanglage anzutreffen. Unregelmäßiger Jahrringaufbau sowie dei Bildung von Druck- oder Zugholz werden durch Exzentrischen Wuchs hervorgerufen.

Harzgallen

Harzgallen kommen bei Harzhaltigen Nadelhölzern vor. Harzgallen sind mit Harz gefüllte Hohlräume innerhalb eines Jahrrings. Harzgallen kommen besonders bei Kiefern und Fichten vor. Tannen haben keine Harzgallen.

Wimmerwuchs

Wimmerwuchs ist eine Abweichung vom normalen Faserverlauf. Die Längswimmerung oder "unechte" Wimmerung sind tangential wellig verlaufende, waschbrettartige Einkerbungen, die an der Stammmantelfläche äußerlich sichtbar sind. Am Querschnitt ist die Längswimmerung nicht zu erkennen. Längswimmerung kann bei Buche, Kastanie, Linde und Birke vorkommen. Querwimmerung, oder "echte" Wimmerung, ist ein feinwelliger Jahrringverlauf, der auf der Querschnittfläche sichtbar wird. Querwimmerung kommt vor allem bei Fichte und Tanne vor. In Höhenlagen auch bei Ahorn und Esche. Querwimmerung an Nadelholz wird auch als Haselung bezeichnet. Haselfichte ist ein bevorzugtes Klangholz für Streichinstrumente Für Holzverwendungen im Längsschnitt sind Wimmerungen hinderlich. Sie setzen die Spaltbarkeit herab, ergeben ungleiche Spaltflächen und verringern die Festigkeit durch gehäuft auftretende Faseranschnitte.


Spannrückigkeit

Bei Spannrückigkeit ist der Umfang des Stammquerschnittes durch viele mehr oder weniger tiefe Einbuchtungen gekerbt. Diese Ein- und Ausbuchtungen sind nicht nur der Rinde sichtbar. Sie verursachen auch im Holz grob wellenförmige Jahrringverläufe. Von Nachteil ist dieser Fehler insbesondere bei der Holzverwendung als Schälfurnier, da hier das unrund gewachsene Holz als Anschäler der späteren Furnierverwendung verlorengeht. Bei der Messerfurnierherstellung können durch Spannrückigkeit besondere Effekte erzielt werden. Die Abweichung von der Rundigkeit wird durch die Differenz des kleinsten und des größten Durchmessers in cm bestimmt. Eine mögliche Ursache der Spanrückigkeit ist eine ungleichmäßige Teilungstätigkeit im Kambium. Sie kann durch Verletzungen, genetische Disposition oder Wurzelanläufe hervorgerufen werden.

Überwallungen

Überwallungen entstehen durch (Ein-)Schließen von Verletzungen oder Astabbrüchen am Stamm. Dabei wird, zum Beispiel ein Frostriss, mit jedem Jahr vom Kambium immer weiter überwachsen. So entstehen außen am Stamm Verdickungen. Je weiter die Verletzung zurück liegt, desto mehr wird die Überwallung in der zylindrischen Stammform verschwinden. An den Stellen der Überwallungen hat der Baum oft mit Bakterien, Pilzen oder Insekten zu kämpfen. Deshalb ist das Holz in diesem Bereich oft sehr inhaltsstoffreich (Harz bei Nadelbäumen). Stammt das Holz mit einer Überwallung aus einem ehemaligen Kriegsgebiet, kann sich im Stamm ein Granatsplitter befinden. Dies müssen vor allem die Sägewerke berücksichigen.

Frostleisten/Luftrisse

Bei starken Frösten kann es im Stamm zu Frostrissen kommen. Diese verlaufen radial von der Rinde ausgehend und können bis ins Mark reichen. In Stammlängsrichtung dehnen sie sich oft meterlang aus. Beim späteren Überwachsen entstehen längliche Ausbuchtungen am Stamm, die Frostleisten.

Kern-oder Sternrisse

Kernriß
Kernriß

Radialrisse, welche sich vom Mark in Richtung Rinde ausdehnen, bezeichnet man als Kern- oder Sternrisse. In seltenen Fällen gehen diese Risse bis zur Rinde durch. Am stehenden Stamm entstehen Kernrisse hauptsächlich durch innere Spannungen, welche sich beim Verkernen aufgebaut haben. Kurz nach dem Fällen entsehen Kernrisse infolge ungleichmäßigen Schwindens. Besonders anfällig sind Stämme mit einer stark wechselden Jahrringbreite und einer somit erhöhten inneren Spannung.

Ringriss oder Schälriss

Schälriß
Schälriß

Verlaufen Risse mit den Jahrringen unterhalb 50 Prozent des Umfangs, wird das als Ringriß bezeichnet. Bei einem Riß oberhalb 50 Prozent des Umfangs gilt das als Schälriß.

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